Titel: Verbesserung in der Art Flüssigkeiten in Kesseln zu hizen, und dadurch die Erzeugung von Dampf zu beschleunigen und zu vermehren, worauf Rich. Ormrod, Eisengießer zu Manchester in Lancashire, in Folge einer ihm von einem im Auslande wohnenden Fremden gemachten Mittheilung, sich am 7. Jäner 1822 ein Patent ertheilen ließ.
Fundstelle: Band 13, Jahrgang 1824, Nr. LXIV., S. 315
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LXIV. Verbesserung in der Art Flüssigkeiten in Kesseln zu hizen, und dadurch die Erzeugung von Dampf zu beschleunigen und zu vermehren, worauf Rich. Ormrod, Eisengießer zu Manchester in Lancashire, in Folge einer ihm von einem im Auslande wohnenden Fremden gemachten Mittheilung, sich am 7. Jäner 1822 ein Patent ertheilen ließ. Aus dem London Journal of Arts and Sciences. Nro. 36. S. 296. Mit Abbildungen auf Tab. VII. Ormrod's Methode Flüssigkeiten in Kesseln zu hizen. Der Zwek dieser Erfindung ist, die Wirkung des Ofens einer Dampfmaschine durch Vergroͤßerung der Oberflaͤche des Kessels zu verstaͤrken. Diese Vergroͤßerung geschieht durch Anbringung mehrerer mit Wasser gefuͤllten, und in den Kessel sich oͤffnenden, Kammern und Roͤhren entweder in den Zuͤgen oder an den Seiten des Herdes. Fig. 8. zeigt einen solchen Kessel im Durchschnitte sammt seinen Roͤhren, a, ist der Herd oder Ofen, aus welchem die Flamme, der Rauch und der erhizte Dampf durch einen engen Durchgang in die Zuͤge, bb, b, tritt, und von da rings um den Kessel c, laͤuft, bis endlich der Dampf und der unverzehrte Rauch sich in den Schornstein entleert. Der Kessel wird aus der Cisterne d, mit Wasser versehen, deren Klappe mittelst eines Hebels und einer Stange geoͤffnet wird. Ein hoͤlzerner Schwimmer e, schwimmt auf der Oberflaͤche des Wassers innerhalb dem Kessel, und wenn durch die Verduͤnstung bei der Dampfbildung ein neues Zugießen von Wasser nochwendig wird, zieht der Schwimmer e durch sein Niedersteigen die Stange und den Hebel f, nieder, wodurch die Klappe d, in der Cisterne gehoben wird, und das Wasser durch die Speiseroͤhre g, in die Querroͤhre h. fließen kann. Aus dieser Querroͤhre laͤuft das Wasser in die Kammern i, welche die Seitenwaͤnde des Herdes bilden, und aus diesen Kammern i, durch die gekruͤmmte Roͤhre k, in den Kessel. Aus den Kammern i, fließt das Wasser in die Querroͤhre 1, und von da laͤngs durch die Roͤhre n, in den Kessel. Die Vortheile dieser Anwendung der mit dem Kessel verbundenen Wasserroͤhren und Kammern bestehen vorzuͤglich darin, daß das Feuer nicht unnuͤz an dem Mauerwerke des Ofens verschwendet, sondern die Kraft desselben zur Erwaͤrmung des Wassers, ehe dieses in den Kessel gelangt, verwendet wird. Wenn das Wasser in die Speisungsroͤhre, g, hinabsteigt, laͤuft es durch jene Roͤhre, auf welche das Feuer in dem Ofen am kraͤftigsten wirkt, und von da geht es durch andere Roͤhren, welche in unmittelbarer Beruͤhrung mit dem Ofen stehen, und durch die Roͤhre m, welche ganz von der Flamme umhuͤllt ist, gelangt es in den Kessel in einer so hohen Temperatur, daß die Dampf-Erzeugung nicht einen Augenblik unterbrochen wird, obschon bestaͤndig kaltes Wasser in den Kessel zufließt. Diese Vorrichtung hat mit anderen bereits gebraͤuchlichen so viele Aehnlichkeit, daß wir weder etwas besonderes Neues noch besonders Vortheilhaftes an derselben wahrnehmen koͤnnen.

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