Titel: Ueber den Groß'schen Apparat zum Erhizen der Luft beim Schmieden.
Fundstelle: Band 67, Jahrgang 1838, Nr. LXXXV., S. 312
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LXXXV. Ueber den Groß'schen Apparat zum Erhizen der Luft beim Schmieden. Mit Abbildungen auf Tab. V. Groß's Apparat zum Erhizen der Luft beim Schmieden. Hr. Lehrschmied Groß an der koͤnigl. Thierarzneischule in Stuttgart verkaufe bekanntlich schon seit mehreren Jahren sehr zwekmaͤßige Apparate zum Schmieden mit heißer Luft, die er von verschiedener Groͤße verfertigt. Seine Vorrichtung ist ein wie gewoͤhnlich eingemauerter Kastenapparat ohne Circulation, unter dem sich aber ein Wasserkasten befindet, so daß nebst der erhizten Geblaͤseluft auch der zutretende Wasserdampf in die Kohlen geblasen wird. Man sieht diesen Apparat nach den neuesten Verbesserungen auf Tab. V. abgebildet.Riecke's Wochenblatt 1837, Nr. 30. Fig. 35 zeigt den ganzen, aus Gußeisen bestehenden Apparat von seiner vorderen, dem Feuer zugekehrten Seite; der obere groͤßere Theil ist der Windkasten; bei a wird das Blasrohr aufgenommen! daselbst befindet sich im Inneren des Kastens eine Vorrichtung, welche das Aufsteigen des Dampfes und der heißen Luft in den Blasebalg verhindert; b ist die Eßform, mit einem Vorsteker versehen; f, der untere kleinere Theil, ist der Wasserbehaͤlter. Fig. 36 stellt die Hintere Ansicht dar und zeigt, wie die Ruͤkwand oder der Dekel mittelst Schrauben an den Kasten befestigt ist. Zwischen den Fugen des Dekels so wie denen des Wasserbehaͤlters sind neben dem erforderlichen Kitte Schienen oder Streifen von gewalztem Blei eingelegt, mittelst der bezeichneten Schrauben befestigt und sonach außerhalb genau vernietet. Schon seit einem Jahre hat man die Erfahrung gemacht, daß, wenn der Apparat nicht zu unverhaͤltnißmaͤßiger Arbeit gebraucht wird, wo er rothwarm werden koͤnnte, das Blei nicht schmilzt. d ist eine Klappe, um in das Innere des Kastens sehen zu koͤnnen, und die leicht in ein Ventil verwandelt werden kann; p ist eine dreiseitig prismatische Vorrichtung (Dampfgehaͤus), welche mit drei Vorreibern an den Dekel befestigt und mit o, einer kleinen Klappe, versehen ist, durch welche noͤthigenfalls die Eßform bequem von Schlaken u. dergl. ausgeraͤumt werden kann; n ist eine becherfoͤrmige, mit einem Stoͤpsel versehene Oeffnung, durch welche das Wasser eingefuͤllt wird; bei g kann es abgelassen werden. Fig. 37 bezeichnet den Apparat von der Seite, wie er an der Feueresse angebracht ist, und zeigt zugleich seine Tiefe. Gleiche Buchstaben bezeichnen in allen drei Figuren gleiche Gegenstaͤnde. – Durch diese Einrichtung, noch mehr aber wegen groͤßerer Dauer haben diese Apparate an Gewicht zugenommen, und sind bloß in diesem Verhaͤltnisse etwas theurer. In Ruͤksicht fuͤr die verschiedenen Feuerarbeiter bestehen noch immer fuͤnf verschiedene Groͤßen oder Nummern, und auch doppelte. Den Verschleiß derselben besorgt das Handlungshaus Mornhinweg und Brecht in Stuttgart. Auf das Unzweideutigste ist nachgewiesen, daß der Apparat 1/4 bis 1/3 an Holz- oder Steinkohlen und 1/3 bis 1/4 an Zeit erspart. Unter den Hindernissen, welche dessen weiterer Einfuͤhrung bisher entgegenstanden, sind aber besonders folgende zu nennen: Haͤufig wurde das Blasrohr unter zu spizem Winkel mit dem Kasten verbunden, oder der Balg war schlecht eingerichtet, oder die Fugen an Rohr und Kasten waren nicht gehoͤrig verdichtet, oder es wurden von den Besizern zwekwidrige Anordnungen vorgenommen, durch welche die Wirkung des Apparates zerstoͤrt oder vernichtet wurde, oder es wurde der Apparat nicht gehoͤrig gewartet, oder endlich die Groͤße des eingesezten Apparates entsprach nicht dem Beduͤrfnisse der Arbeit.

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