Titel: Differential-Handwinde von Michael Loup in Givors.
Fundstelle: Band 189, Jahrgang 1868, Nr. LXVI., S. 288
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LXVI. Differential-Handwinde von Michael Loup in Givors. Aus Armengaud's Génie industriel, April 1868, S. 204. Mit Abbildungen auf Tab. IV. Loup's Differential-Handwinde. Diese verbesserte Winde zeigt im Allgemeinen dieselbe Gestalt wie jede andere Handwinde, nur geschieht die Uebersetzung mit Differential-Zahnrädern. Fig. 23 ist eine vordere Ansicht, Fig. 24 eine Seitenansicht derselben. Der verzahnte Ring a ist fest gegen das Gestell der Winde geschraubt; concentrisch mit ihm dreht sich das Zahnrad b, welches um eine Theilung kleiner ist wie a. Die Welle des Rades b geht durch das Gestell und trägt an ihrem anderen Ende den in die Zahnstange eingreifenden Trieb; sie ist hohl, damit sie der in ihrer ganzen Länge durchgehenden Welle m als Lager dient. An dem vorstehenden Ende von m ist die Kurbel M aufgesteckt; dieselbe trägt einen starken Stift, um den sich das Zahnrad R lose dreht. Letzteres hat zwei den Durchmessern von a und b entsprechende Zahnkränze, welche zu einem Stücke verbunden sind; der größere Zahnring greift in das kleinere Rad b ein. Bei der Winde, welcher unsere Figuren entnommen sind, hat der Ring a 19, das Rad b 18 und der in die Zahnstange eingreifende Trieb 8 Zähne. Wird nun die Kurbel einmal herumgedreht, so kommen alle Zähne des Rades R mit den entsprechenden Zähnen von a und b in Eingriff, das Rad b wird um einen Zahn weiter geschoben und die Zahnstange um ein dieser Drehung entsprechendes Stück gehoben oder gesenkt. Damit beim Anstellen der Winde nicht viel Zeit mit dem Ablassen oder Aufwinden verloren werde, können die Zähne des Rades R außer Eingriff mit denen von a und b gebracht werden; dieses geschieht, indem man zuerst den Vorsteckstift l in der vorspringenden Nabe von b aus der inneren Achse hebt und sodann die Kurbelwelle m etwas vorwärts zieht. Ist m vorgezogen und der Vorsteckstift wieder eingesteckt, dann greift letzterer nicht in eine Rinne von m wie in der ersten Stellung, sondern in eine Nuth und hierdurch wird das Rad b fest mit der Welle m; die Kurbel wirkt jetzt ohne Uebersetzung auf den Trieb der Zahnstange. Die Anwendung der Differential-Zahnräder hat noch den Vortheil, daß die Zahnstange unter der Last in jeder beliebigen Stellung stehen bleibt und die Kurbel nicht umschlägt; man kann daher das bei gewöhnlichen Handwinden gebräuchliche, so lästig zu handhabende Sperrrad mit Haken ganz weglassen. G. M.

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Tafel Tab.
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Tab. IV